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„360° Patientensicherheit“ – Was bedeutet das?

Der 5. Mai, der Tag der Händehygiene, steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Patientensicherheit. Denn unsaubere Hände können gerade in Krankenhäusern schnell zu Infektionen führen und noch schneller zu einer Gefahr für Patientinnen und Patienten werden. Der Appell, in Kliniken „wirklich systematisch und koordiniert an die Händehygiene zu denken und Mitarbeitende zu schulen“ sei eine „never-ending story“, so Dr. Ruth Hecker, Vorsitzende des Aktionsbündnis Patientensicherheit, in unserem webtvcampus: gefragt-Interview.

Die Händehygiene ist nur eines von vielen Themen, mit dem sich das APS und alle Beteiligten des Gesundheitswesens im Rahmen der Patientensicherheit beschäftigt. Im Fokus der diesjährigen APS-Jahrestagung in Berlin stehen daher die strategischen Maßnahmen und Forderungen des APS zur Umsetzung der WHO-Ziele in allen patientensicherheitsrelevanten Bereichen. Auf die drei Wichtigsten geht Frau Dr. Hecker in unserem Interview ein.

Patientensicherheit als Lerninhalt

Die erste politische Forderung, die das APS aufstellt, ist, das Thema Patientensicherheit als Lehrinhalt in Aus-, Fort- und Weiterbildung zu integrieren. Denn „Patientensicherheit wird bisher nirgendwo gelehrt“, so Hecker.

Patientensicherheit als Entscheidungskriterium

Eine weitere elementare Forderung des APS richtet sich an alle Akteure im Gesundheitswesen – von der politischen Ebene über die Entscheiderebene der Institutionen und Körperschaften bis hin zu den Krankenhäusern selbst. Patientensicherheit ist unebdingt in den Organisationsstrukturen zu verankern und alle Entscheidungen der Mitarbeitenden müssen daran ausgerichtet werden.

Barrierefreiheit für mehr Patientensicherheit

Viele Einrichtungen in der stationären und ambulanten Versorgung sind noch nicht barrierefrei. Dies stellt ein hohes Risiko für die Patientensicherheit dar. Barrierefreiheit müsse, so Hecker, unbedingt als Teil der Patientensicherheit betrachtet werden. Daher wurde dieser Punkt mit besonderem Nachdruck in die aktuellen Handlungsmaßnahmen des APS aufgenommen.

Etablierung von CIRS

Seit 2014 ist das Fehlermelde- und Frühwarnsystem CIRS Pflicht in allen deutschen Kliniken. Es soll Arbeitsabäufe in Krankenhäusern verbessern, mögliche Risiken minimieren und damit die Patientensicherheit gewährleisten. Obwohl garantiert ist, dass sämtliche Meldungen anonymisiert sind, wird CIRS dennoch nicht in allen Kliniken gelebt. Das APS wirbt aus diesem Grund dafür, mehr Fehler zu melden, um den größtmöglichen Nutzen für die Patientensicherheit zu erzielen. In diesem Zusammenhang begrüßt Hecker die Initiative von webtvcampus, das Thema CIRS als E-Learning-Tool aufzunehmen. „Es ist uns wichtig, dieses Angebot zu unterstützen“, betont Hecker.

Über webtvcampus: gefragt

Bei „webtvcampus: gefragt“ kommen Experten aus der Gesundheitsbranche zu gesellschaftlich relevanten Themen der Klinik- und Pflegeszene zu Wort. Immer mit dabei: der grüne Sessel. Wollen Sie Platz nehmen?