5 Fragen an Jochen Massmann, GF webtvcampus GmbH anlässlich der Vorstandswahl des APS e.V. im November 2025

webtvcampus ist seit einigen Jahren als einziger Bildungsanbieter Premiummitglied des APS e.V. Nun stehen aktuell die Wahlen des neuen Vorstands an.

 

  • 1. Frage: Welche Ziele sollte der Vorstand in den nächsten Jahren auf die Agenda nehmen?

 

Das APS hat in den vergangenen Jahren viele Konzepte entwickelt, Stellungnahmen verfasst und Strukturen diskutiert. Der Fokus muss jetzt darauf liegen, diese wichtigen Ideen umzusetzen. Patientensicherheit muss nicht nur diskutiert, sondern gemacht werden. Jeder, der in Deutschland ein Krankenhaus oder eine Arztpraxis betritt, MUSS sich darauf verlassen können, dass er nicht nur leitliniengerecht, sondern auch sicher behandelt wird. Der Verweis auf das Studium von QM-Berichten genügt nicht. Es müssen rechtlich verbindliche Flanken eingezogen werden.

 

Ich verstehe die Vorstandsarbeit des APS also auch und insbesondere als „Lobbyarbeit“ für die Patientensicherheit im Land.

  • 2. Frage: Warum engagieren Sie sich beim APS e.V.? Wie definiert webtvcampus den Begriff „Patientensicherheit“ und welche Rolle spielt dieser Aspekt bei der Entwicklung und Durchführung Ihrer digitalen Schulungsangebote?

 

Unser Kursangebot hat zwei Ziele: Den Schutz der Mitarbeitenden, vor allem aber die Sicherheit der Patienten zu verbessern. Und gerade mit dem letzten Punkt sind unsere Ziele mit denen des APS deckungsgleich.Wir leisten mit unserem Angebot einen bescheidenen aber wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Patientensicherheit im Land. Denn wir glauben, dass die guten Ideen der Wenigen in die Köpfe der Vielen müssen. Die Vorgaben der KRINKO, die Richtlinien zur Hämotherapie der BÄK aber auch die Festlegungen im Datenschutz und der DSGVO müssen von den Mitarbeitenden am Patienten täglich gelebt werden. Sonst sind diese Vorgaben für die Patientensicherheit schlicht nutzlos.

 

Die Ideen des APS zum Thema CIRS sind fantastisch. Leider ist CIRS aber in noch viel zu wenig Kliniken nachhaltig implementiert und dann von allen Kollegen gelebt. Und genau darauf kommt es an! Es gibt also ein Kommunikationsproblem. Darum bieten wir einen Kurs auch zu diesem Thema an. Und der Effekt: In den Häusern, die mit dem Kurs schulen, steigen die CIRS-Meldungen deutlich an.

 

Ein Kurs im Übrigen, den wir 2023 – zum Start – den Kliniken zusammen mit dem APS als Aktion kostenfrei zur Verfügung gestellt haben.

 

 

  • 3. Frage: Welche besonderen Tools bietet webtvcampus neben den rechtssicheren flexibel nutzbaren digitalen Kurs-Editionen an, um sicherzustellen, dass die vermittelten Inhalte stets aktuell dokumentierbar und nachweisbar sind?

 

Zunächst bieten wir das komplette Portfolio aller Schulungsthemen an, von A wie Arbeitsschutz bis Z wie Zytostatika. Für uns stehen die Mitarbeitenden im Fokus. Durch Filme mit attraktiver Bildgestaltung und moderne Ästhetik erreichen wir die Zielgruppen in der ihnen bekannten medialen Ansprache, die heute durch TV- und Streaming-Dienste geprägt ist.

 

Wir sind überzeugt, dass es für die Ansprache mehr braucht als PowerPoints in einer Moodle-Umgebung. Abgesehen davon entsprechen derlei Formate explizit nicht den gesetzlichen Vorgaben. Stattdessen setzen wir von Beginn an auf konsequente Bewegtbildkommunikation.

 

Die Inhalte werden erarbeitet und produktionstechnisch umgesetzt – gemeinsam mit renommierten Einrichtungen wie Unikliniken oder anderen Maximalversorgern. Diese Inhalte können zusätzlich kostenfrei an die Bedarfe des jeweiligen Unternehmens und die innerbetrieblichen Verfahrensweisen angepasst werden. Verbunden mit der Möglichkeit, Kursinhalte individuell für bestimmte Zielgruppen modellieren zu können, stellen wir den gesetzlich geforderten Arbeitsplatzbezug her und – das ist für uns genauso wichtig – erhöhen die Akzeptanz bei den Nutzern.

 

Alle Bearbeitungsschritte werden von uns sekundengenau protokolliert. Die Schulungen sind von und für die Einrichtungen damit rechtssicher und präzise nachweisbar.

  • 4. Frage: Was halten Sie von einer Verpflichtung zum Nachweis regelmäßig durchgeführter Schulungen zugunsten von mehr Patientensicherheit?

 

Zunächst: Schulungen sind nur ein Teil der Umsetzung von Patientensicherheit in einer Einrichtung – allerdings ein sehr wichtiger. Viele Institutionen setzen diese bereits konsequent um. Unsere Kunden gehören im Übrigen dazu. Andere spielen das Hase-und-Igel-Spiel. Zitat eines Einkäufers einer Klinik mit rund 3.000 Mitarbeitenden: „Wir schulen grundsätzlich nicht und warten auf die nächste Begehung des Gesundheitsamtes und zu dem haben wir gute Beziehungen…“

 

Die Behörden sind nicht in der Lage flächendeckend und regelmäßig zu prüfen.

 

Darum sollten, aus meiner Sicht, die Verfahren und Vorgehensweisen zukünftig umgekehrt werden: Die Einrichtungen, Arztpraxen oder die MVZs sollten zum Jahresbeginn der Behörde den Nachweis mitteilen, dass alle Schulungen erfolgt, Hygienepläne aktualisiert wurden etc.. Die Übermittlung, selbstverständlich formatiert und digital, sodass die andere Seite, ebenfalls formatiert und digital, prüfen kann.

 

Ohne die Einhaltung bestimmter Quoten kann der Betrieb nicht eröffnet werden, weil die Sicherheit der Patienten dann nicht gewährleistet ist. Der Nachweis von geschultem Personal für die Patientensicherheit als MUSS-Bestimmung! Das Verfahren hätte noch den Nebeneffekt, dass die Behörden weniger kontrollieren müssten, Begehungen reduziert werden könnten und Prüfmechanismen transparent und standardisiert werden würden.

 

Hygiene in den oft sehr unterschiedlichen Bereichen der Gesundheits – und Sozialeinrichtungen, Arbeitsschutz, Brandschutz und in Zeiten der digitalen Transformation auch KI und Datenschutz sind wesentliche Themen, die turnusmäßig geschult werden müssen. Verantwortlich dafür sind in der Gesundheitsbranche die Unternehmen bzw. deren Verantwortliche im Qualitätsmanagement. Rund 3000 Einrichtungen des Landes nutzen die passgenauen E-Learning-Kurse auf dem webtvcampus.

 

  • 5.Frage: Warum sind Schulungen ein so wesentliches Qualitätsmerkmal für mehr Patientensicherheit?

 

Ein Freund berichtet von der Blutabnahme beim Hausarzt: 0 Händedesinfektion + 20 mm Länge der Fingernägel + 0 Nutzung von Handschuhen = 0 Patientensicherheit.

 

Gehen wir positiv denkend davon aus, dass die Mitarbeiterin schlicht keine Ahnung hatte, dass Sie kurz vor der Körperverletzung agierte, dann wird einmal mehr klar, dass Schulungen des Personals für die Umsetzung von Patientensicherheit unverzichtbar sind. Schulungen sind nicht alles, aber in Sachen Patientensicherheit ist ohne Schulungen alles nichts!

 

Das ist den meisten Handelnden im Gesundheitswesen auch klar. Die Frage ist lediglich, wie die Wissensvermittlung für ALLE verpflichtend wird.