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Erfolgsfaktor Arbeitsschutz: So kann er Freude machen

„Das mit dem Arbeitsschutz ist uns alles zu viel.“ So heißt es leider immer noch oft in Unternehmen. Oder:
„Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter sind uns wichtig, aber wir verlieren in dieser Fülle an Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften komplett den Überblick.“

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben jedoch gezeigt, wie wichtig ein nachhaltig gelebter Arbeits- und Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter eines Unternehmens ist. Gerade in den Branchen des Gesundheitswesens spielt der „Wirtschaftsfaktor Mitarbeiter“ eine wesentliche Rolle.

Oftmals sind einem Unternehmen die durchweg positiven Effekte, die im Zusammenhang mit sicheren und gesunden Arbeitsbedingungen stehen, auf den ersten Blick gar nicht bewusst.

Gemäß der Weltgesundheitsorganisation zeichnet sich gesunde Arbeit „durch kooperatives Miteinander von Mitarbeitern und Führungskräften aus, welche in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess die Gesundheit schützen und unterstützen“. Die Haltung zu den Faktoren Sicherheit und Gesundheit zu verändern und sich die Zielmarke setzen, diese dauerhaft aufrechtzuerhalten bzw. stetig zu verbessern ist der Schlüsselfaktor. Sicher erst einmal leicht gesagt. Aber wie sollte man es praktisch angehen?

In Betriebsabläufe integrieren

Jedes Unternehmen arbeitet nach einer eigenen betriebsorganisatorischen Struktur. Alle für den Unternehmenserfolg relevanten Abläufe finden sich hier wieder. Diese Abläufe mit den Anforderungen für sichere und gesunde Arbeitsplätze zu ergänzen, ist ein Erfolgsfaktor für den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Chancen erkennen

Dabei steht im Vordergrund: Arbeitsschutz ist mehr als nur eine lästige Pflicht. Von dieser Haltung sollte sich das Unternehmen entfernen. Vielmehr ist dauerhaft ein Perspektivwechsel anzustreben: Es liegen auch Chancen im systematisch organisierten Arbeits- und Gesundheitsschutz. Diese Chancen sind:

  • Die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass die Beschäftigten sicher und gesund arbeiten. Das Hauptinstrument hierfür ist die Gefährdungsbeurteilung.
  • Sich realistische Jahresziele zu setzen und diese regelmäßig auf deren Umsetzung und Wirksamkeit zu bewerten.
  • Mitarbeiter zu haben, die gerne im Unternehmen arbeiten, sich den Herausforderungen zum Erreichen der Unternehmensziele annehmen und damit aktiv zum Unternehmenserfolg beitragen.

Mitarbeiter beteiligen

Bei der Umsetzung der Unternehmensziele zum Arbeits- und Gesundheitsschutz und deren Akzeptanz ist eine dauerhafte Beteiligung aller Mitarbeiter ein weiterer Erfolgsfaktor. Unterweisungen und Gesundheitsgespräche sollten hier nicht „von oben herab“ durchgeführt werden. Besser ist es, das Personal aktiv mit einzubinden. Was bewegt die Mitarbeiter und wo sehen diese Verbesserungspotenziale, wenn es um die eigene Gesundheit am Arbeitsplatz geht? Auch bei der Bewertung der Ziele sollten sie ihre Ideen einbringen.

Und natürlich ist hier auch das Verhalten der Führungskräfte relevant. Führungskräfte sollen vermitteln, wie wertvoll die Mitarbeiter und deren Arbeitsleistung für das Unternehmen sind. Es ist wichtig, dass Führungskräfte die persönliche Rolle eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin im Unternehmen kennen und diese stets bewusst vermitteln. Das stärkt die Motivation und zeigt die Wichtigkeit der Position im Unternehmen.

Dann macht Arbeitsschutz Freude

Alle diese Erfolgsfaktoren tragen dazu bei, dass die betrieblichen Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz nicht nur abgehandelt werden, sondern auch zu einer systematischen, dauerhaften und nachhaltigen Präventionskultur im Unternehmen führen. Wenn ein Unternehmen mit seinen Mitarbeitern den Nutzwert der aktiven Gestaltung dieser Maßnahmen erkennt, dann kann Arbeitsschutz auch Freude machen.

Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung eines systematisch organisierten Arbeits- und Gesundheitsschutzes finden Unternehmen bei Fachkräften für Arbeitssicherheit, Betriebsärzten und den Berufsgenossenschaften. Hier zum Beispiel die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) mit ihrem Präventionsangebot zur systematischen Organisation von Sicherheit und Gesundheit.

Jörg Tyssen
Sicherheitsingenieur
Fachbeirat webtvcampus
office@webtvcampus.de

Den WebTV-Kurs „Arbeitsschutz“ wird es demnächst auch für Rehabilitationseinrichtungen geben.