webtvcampus:gefragt – Prof. Dr. Günther Jonitz erinnert an Sternstunden und Meilensteine der Patientensicherheit
Als Gründungsmitglied des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e. V. (APS) hat Prof. Dr. Günther Jonitz die Entwicklung der Patientensicherheit in Deutschland von Beginn an begleitet.
Prof. Dr. Günther Jonitz ist 2026 zum Ehrenmitglied des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e. V. ernannt worden. Im Interview mit webtvcampus blickt er auf die Gründungsphase 2004/2005 zurück und erinnert an besondere Momente und wichtige Meilensteine aus 20 Jahren APS.
Er über die Anfänge des APS, prägende Persönlichkeiten und die Frage, welche Herausforderungen für die Patientensicherheit noch vor der Gesellschaft liegen.
„Oft fehlt der politische Wille – die Lösungsvorschläge liegen auf dem Tisch“
„Patientensicherheit wurde salonfähig“
Durch die Arbeit des APS sei Patientensicherheit stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt und damit „salonfähig“ geworden, sagt Jonitz. Zu seinen persönlichen Sternstunden zählt er die Vorstellung der Ergebnisse der APS-Arbeitsgruppe „Vergessene Fremdkörper“ durch Prof. Hartmut Siebert. Der langjährig erfahrene Unfallchirurg und „Chefarzt alter Schule“ habe das Thema Patientensicherheit mit großer Begeisterung aufgegriffen.
„Aus Fehlern lernen!“ als wichtiger Meilenstein
Als weiteren Meilenstein nennt Jonitz die 2008 veröffentlichte APS-Broschüre „Aus Fehlern lernen!“. Darin kamen Mitarbeitende aus der klinischen Praxis zu Wort und berichteten über Erfahrungen und Erkenntnisse im Umgang mit Fehlern. Die Veröffentlichung stieß damals auch in den Medien auf große Resonanz.
Mehr politisches Engagement für Patientensicherheit
Mit Blick auf die Zukunft wünscht sich Jonitz ein stärkeres politisches Engagement für die Patientensicherheit. Die derzeitige Kostendämpfungspolitik schade aus seiner Sicht der Versorgung und damit auch der Sicherheit der Patientinnen und Patienten, so Jonitz im Videointerview.