Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg, APS-Vorsitzende, bei webtvcampus:gefragt zum Tag der Patientensicherheit 2026
Über sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen, kritische Schnittstellen und die Trennung von ambulantem und stationärem Sektor spricht die neue Vorsitzendes des Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS), Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg im aktuellen Interview bei webtvcampus: gefragt.
Patientensicherheit dürfe nicht an der Grenze zwischen Hausarztpraxis, Klinik, Reha oder therapeutischer Versorgung enden. Gerade bei chronisch erkrankten und multimorbiden Menschen entstünden an diesen Schnittstellen besondere Risiken, so Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg, Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V. (APS).
Welttag der Patientensicherheit am 17. und 18. September 2026
Im Namen des APS e.V. lädt sie anlässlich des Welttags der Patientensicherheit am 17. und 18. September 2026 nach Berlin ein. Bei den Veranstaltungen mit hochkarätigen ReferentInnen stehen die sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen und aktuelle Fragen der Patientensicherheit im Mittelpunkt. Zur Anmeldung gehts hier: https://tag-der-patientensicherheit.de/.
Wenn wichtige Informationen an Schnittstellen verloren gehen
Chronisch erkrankte Menschen wechseln, so die Erfahrung, im Verlauf ihrer Behandlung häufig zwischen unterschiedlichen Versorgungseinrichtungen und Berufsgruppen – vom Hausarzt in die Akutklinik, weiter in die Rehabilitation und zurück in die ambulante Versorgung, ergänzt durch Physiotherapie oder andere therapeutische Angebote. „Das heißt, wir haben das, was wir Schnittstellen nennen, und die Gefahr, dass da an diesen Schnittstellen wichtige Informationen entweder nicht rechtzeitig vorliegen oder falsch oder zu spät übermittelt werden“, erklärt Haeske-Seeberg. Diese Risiken seien in Deutschland keineswegs gering.
Eine zusätzliche Herausforderung stelle die Multimorbidität dar: Insbesondere ältere Menschen leiden häufig gleichzeitig an mehreren chronischen Erkrankungen und erhalten entsprechend zahlreiche Medikamente. Damit gewinnt auch die Arzneimitteltherapiesicherheit an Bedeutung.
Sektoren besser miteinander verbinden
Mit Blick auf die aktuellen Veränderungen im Gesundheitswesen sieht die APS-Vorsitzende vor allem eine strukturelle Herausforderung, die seit Jahren besteht: die starke Trennung von ambulanter und stationärer Versorgung.
„Was sich aber nicht verändert, ist unser größtes Problem, nämlich dass wir den ambulanten und den stationären Sektor so sehr getrennt haben, wie das in Deutschland der Fall ist“, sagt Haeske-Seeberg. Eine bessere Verzahnung der Versorgungsbereiche könne ihrer Einschätzung nach dazu beitragen, Abläufe einfacher, sicherer und zugleich wirtschaftlicher zu gestalten.
Engagement für Patientensicherheit
Dass sie sich heute ehrenamtlich als Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit engagiert, ist für Haeske-Seeberg eine konsequente Fortsetzung ihres beruflichen Weges. Ihre Arbeit habe sich schon immer mit Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement und klinischem Risikomanagement beschäftigt. Das Engagement für Patientensicherheit sei daher ein naheliegender Schritt gewesen.
Das vollständige Interview mit Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg ist hier zu sehen: