Expertenstandard: Pflege von Menschen mit chronischen Wunden

Was sind chronische Wunden?

Eine kleine Schnittwunde am Finger oder ein aufgeschürftes Knie – akute Wunden, die in der Regel in kurzer Zeit wieder verheilen. Wenn eine Wunde allerdings innerhalb von acht Wochen nicht abgeheilt ist, wird sie als chronisch bezeichnet. Am häufigsten treffen Pflegefachkräfte in ihrem Berufsalltag auf die Wundarten Dekubitus, Diabetisches Fußulcus und gefäßbedingtes Ulcus cruris.

 

Daher konzentriert sich der Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ auf diese Wundarten.

Versorgung chronischer Wunden: Ziele des Expertenstandards

Chronische Wunden sind für die Betroffenen eine belastende Situation, die mit einem langwierigen Versorgungsprozess, weiteren Gesundheitsgefahren und vielfältigen Einschränkungen einhergeht – sowohl durch die Wunde selbst als auch durch die Therapie.

 

Den richtigen Wundverband auswählen: Das alleine reicht nicht, um chronische Wunden zu versorgen. Entscheidend ist, dass auch der Betroffene eine aktive Rolle im Pflegeprozess einnimmt.

 

Der Expertenstandard möchte daher eine pflegerische Haltung unterstützen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und nicht die Wunde. Dementsprechend spielt das individuelle Krankheitsverständnis des Betroffenen eine große Rolle, ebenso die Förderung seines gesundheitsbezogenen Selbstmanagements sowie die Verbesserung der Lebensqualität.

Kursinhalt

Kapitel 01: Qualität der Pflege sichern
Auswahl der chronischen Wundtypen | Ziele | Begründung | Anwender | Gesetzliche Rahmenbedingungen
Kapitel 02: Chronische Wunden: Krankheitsbild
Definition chronische Wunden | Dekubitus | Diabetisches Fußulcus | Ulcurs cruris venosum | Ulcus cruris arteriosum | Ulcus cruris arterio-venös | Grunderkrankungen/Riskikofaktoren
Kapitel 03: Auswirkungen und Datenlage
Anzahl Menschen mit chronischen Wunden | Auswirkungen Betroffene: Beeinträchtigungen, Gesundheitsgefahren | Auswirkungen Gesundheitssystem: Kosten
Kapitel 04: Initiale Einschätzung
Einbeziehung pflegerischer Fachexpertise | Identifikation Betroffene | Krankheitsverständnis | Wund- und therapiebedingte Beeinträchtigungen | Selbstmanagementkompetenzen | Körperbildstörungen | Einschätzungskriterien | Assessmentinstrumente
Kapitel 05: Wundspezifisches Assessment
Rezidivzahl | Wundgröße und -tiefe | Wundlokalisation | Unterminierung | Wundgrund | Exsudat | Wundgeruch | Wundumgebung | Entzündungszeichen | Schmerzen | Fotografie | Dokumentation
Kapitel 06: Maßnahmenplanung
Einbeziehung von Betroffenen/Angehörigen | Orientierung an individuellen Bedürfnissen | Förderung von Selbstmanagementkompetenzen | Integrierbarkeit von Maßnahmen in den Alltag | Einbeziehung des interprofessionellen Versorgungsteams
Kapitel 07: Wundversorgung
Hygiene | PSA | Infektionsprävention und -bekämpfung | Wundreinigung | Verbandmittel | Verbandwechsel
Kapitel 08: Maßnahmen zu wund- und therapiebedingten Einträchtigungen
Schmerzlinderung | Bewegungsförderung | Hilfsmittel | Exsudatmanagement | Wundgeruch | Umgang mit Körperbildveränderungen
Kapitel 09: Wundheilung: Dekubitus und Diabetisches Fußulcus
Druckverteilung/-entlastung | Bewegungsförderung | Hilfsmittel | Rezidivprophylaxe
Kapitel 10: Wundheilung: Ulcus cruris
Bewegungsförderung | Kleidung | Kompressionstherapie | Rezidivprophylaxe
Kapitel 11: Hautschutz und -pflege
Hautprobleme | Hautinspektion | Hautmittel | Hautreinigung und -pflege | Exsudatmanagement | Verbandwechsel
Kapitel 12: Edukation
Schulungsinhalte: allgemein | krankheitsspezifisch | Materialien | Förderung Selbstmanagement
Kapitel 13: Evaluation
Intervalle | Heilungsverlauf | Wirksamkeitsprüfung Maßnahmen | Verbesserung Lebensqualität | Anpassungen

Pflegeprozess: Vom Assessment bis zur Evaluation

Der in Kooperation mit Pflege-Experten des Universitätsklinikums Düsseldorf und der St. Franziskus-Stiftung Münster entstandene WebTV-Kurs „Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ richtet sich an mindestens dreijährig examinierte Pflegefachpersonen in allen Bereichen der pflegerischen Versorgung. Eine wundspezifische Weiterbildung wird nicht vorausgesetzt.

 

In insgesamt 13 kurzen, kompakten Videokapiteln vermittelt der Kurs anschaulich die wichtigsten Informationen über die Krankheitsbilder der im Expertenstandard behandelten Wundarten. Zudem erfahren Ihre Mitarbeitenden praxisnah, wie Menschen, die chronische Wunden haben, systematisch gepflegt werden sollten. Vom Assessment über die Wundversorgung und -heilung bis zu den Bereichen Edukation und Evaluation.

 

Wie bei jedem WebTV-Kurs wird die Teilnahme sekundengenau und rechtssicher dokumentiert. Zudem muss jedes Kapitel mit einer Kontrollfrage abgeschlossen werden, um am Ende des Kurses automatisch eine Teilnahmebescheinigung zu erhalten.

WebTV-Kurse zum Thema Chronische Wunden gibt es für:

Die vom Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) verfassten Expertenstandards bilden den aktuell anerkannten Wissensstand in der Pflege ab.

 

Krankenhäuser schulen wir entsprechend SGB 5, § 135a, Absatz 1, stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste entsprechend SGB 11, § 11, Absatz 1.

 

Kursinhalte sind an die Abläufe in Ihrem Unternehmen anpassbar.

Haben Sie Fragen?

Sehr gerne erläutern wir Ihnen unser Kursprogramm und die Einsatzmöglichkeiten in Ihrem Unternehmen. Möchten Sie einen Demozugang oder haben Sie sonstige Fragen? Dann wenden Sie sich gerne an Sarah Heibel.