Expertenstandard: Kontinenzförderung in der Pflege

Kontinenzförderung in der Pflege: Das Thema aus der Tabuzone holen

Für Betroffene ist es häufig mit Scham besetzt: das Thema Inkontinenz. Sozialer Rückzug, eine verringerte Lebensqualität und steigender Pflegebedarf können die Folge sein. Dabei handelt es sich bei Inkontinenz um ein weit verbreitetes Problem, das in allen Altersstufen auftreten kann.

 

Dementsprechend hat es auch in der Pflegepraxis eine große Relevanz. Der Expertenstandard zur Kontinenzförderung richtet sich an Pflegefachkräfte in der ambulanten Pflege, in Einrichtungen der stationären Langzeitpflege, in Krankenhäusern oder in weiteren Einrichtungen, wie z.B. Kontinenzberatungsstellen oder Sanitätshäusern. Er befasst sich sowohl mit Harn- als auch mit Stuhlkontinenz. Zielsetzung ist, die Kontinenz von erwachsenen Menschen mit einem pflegerischen Unterstützungsbedarf zu erhalten oder zu fördern. Liegt eine Inkontinenz bereits vor, soll diese beseitigt, weitgehend reduziert oder kompensiert werden.

Expertenstandard: Kontinenzförderung orientiert sich am Pflegeprozess

Der Expertenstandard „Kontinenzförderung in der Pflege“ zeigt auf, welche Bedeutung der professionellen Pflege bei Erhalt und Förderung von Kontinenz zukommt. Bei seinen Empfehlungen zum systematischen Vorgehen orientiert sich der Expertenstandard am Pflegeprozess: Von der pflegerischen Anamnese über die Maßnahmenplanung, die Durchführung von Information, Schulung und Beratung, die Umsetzung der Maßnahmen bis hin zur Evaluation. Außerdem werden Maßnahmen und Hilfsmittel vorgestellt. Und Pflegekräfte erhalten Tipps, wie sie mit Betroffenen über das Tabuthema Inkontinenz ins Gespräch kommen können.

Kapitel 01: Qualität der Pflege sichern
Tabu-Thema Inkontinenz | Expertenstandard-Ziel | Zielgruppe | Anwender | Erweiterte pflegerische Kontinenz-Expertise | Gesetzliche Rahmenbedingungen
Kapitel 02: Inkontinenz: Krankheitsbild
Definition Kontinenz | Definition Harninkontinenz | Harninkontinenz-Formen | Definition Stuhlinkontinenz | Stuhlinkontinenz-Formen | Kontinenzprofile
Kapitel 03: Inkontinenz: Entstehung
Risikogruppen | Risikofaktoren | Symptome
Kapitel 04: Inkontinenz: Auswirkungen und Datenlage
Prävalenz Harninkontinenz | Prävalenz Stuhlinkontinenz | Lebensqualität | Gesundheitssituation: Inkontinenz-assoziierte Dermatitis – Sturzrisiko | Ökonomische Aspekte
Kapitel 05: Erste Einschätzung
Kompetenzen Pflegefachkraft | Einschätzung im Rahmen der pflegerischen Anamnese | Identifikation von: Risikofaktoren – Anzeichen – Schwerwiegenden Gesundheitsproblemen (Yellow Flags – Red Flags)
Kapitel 06: Vertiefte Einschätzung
Trink- und Ernährungsgewohnheiten | Medikamente | Körperliche Untersuchung | Berufs- und Sozialanamnese | Harninkontinenz: Harnwegsinfekte – Blasenverweilkatheter – Miktionsprotokolle – Restharnbestimmung – Vorlagengewichtstest | Stuhlinkontinenz: Schließfähigkeit des Anus – Infekte – Stuhltagebuch – Stuhldrainagesystem | Digitale Assistenzsysteme | Psychosoziale Aspekte | Verhaltens- und Bewältigungsstrategien | Festlegung Kontinenzprofil
Kapitel 07: Maßnahmenplanung
Einbeziehung Betroffene/Angehörige | Einbeziehung anderer Berufsgruppen | Setting-spezifische Aspekte | Vereinbarung von Zielen | Maßnahmen-Auswahl
Kapitel 08: Edukation
Information | Schulung | Beratung | Inhalte | Ziele | Kompetenzen Pflegefachkraft | Einrichtung: Ressourcen – Materialien
Kapitel 09: Allgemeine Maßnahmen
Flüssigkeitszufuhr und Ernährung | Umgebungsanpassung | Körperliches Training | Verbesserung der Grund- und Begleiterkrankungen | Hilfsmittel
Kapitel 10: Hautreinigung und -pflege
Krankheitsbild Inkontinenz-assoziierte Dermatitis | Hautreinigung | Hautpflege | Hautschutz | Wechselintervalle aufsaugender Hilfsmittel
Kapitel 11: Spezielle Maßnahmen bei Harninkontinenz
Koffeinzufuhr | Rauchentwöhnung | Gewichtsreduktion | Beckenbodentraining | Biofeedback und Elektrostimulation | Pessare und Vaginaltampons | Vaginale Trainingshilfen | Magnetstimulation | Vibrationstraining | Blasentraining | Toilettentraining | Beobachtendes Abwarten
Kapitel 12: Spezielle Maßnahmen bei Stuhlinkontinenz
Beckenbodentraining | Elektrostimulation | Optimierung der Stuhlkonsistenz | Therapeutische Darmlähmung | Darmentleerungstraining | Gezielte/geplante Entleerung | Transanale Irrigation
Kapitel 13: Hilfsmittel
Kontinenzprodukte | Intermittierender (Selbst-)Katheterismus | Blasenverweilkatheter | Kondom-Urinal | Analstöpsel und Fäkalsammler | Mobile Toilettenhilfen
Kapitel 14: Evaluation
Intervalle | Durchführung | Anpassungen

WebTV-Kurse zum Thema Kontinenzförderung gibt es für:

Die vom Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) verfassten Expertenstandards bilden den aktuell anerkannten Wissensstand in der Pflege ab.

 

Krankenhäuser schulen wir entsprechend SGB 5, § 135a, Absatz 1, stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste entsprechend SGB 11, § 11, Absatz 1.

 

Kursinhalte sind an die Abläufe in Ihrem Unternehmen anpassbar.

Haben Sie Fragen?

Sehr gerne erläutern wir Ihnen unser Kursprogramm und die Einsatzmöglichkeiten in Ihrem Unternehmen. Möchten Sie einen Demozugang oder haben Sie sonstige Fragen? Dann wenden Sie sich gerne an Sarah Heibel.